TÄTIGKEIT - Programm zur Erhaltung und Konservierung der Bestände

          Kriegsschäden, schlechte Aufbewahrungsbedingungen und die Evakuierung der Sammlungen in den 80er Jahren, wo wegen eines Zentralheizungschadens ca. 1 000 alte Drucke und Handschriften Wasserschäden davontrugen, verursachten, daß ein beträchtlicher Teil der Bücherbestände beschädigt wurde (siehe: Bestände und Bevor die Teschener Bücherei entstand). Diese Umstände zwangen die Verantwortlichen, 1988 ein langfristiges Rettungsprogramm einzuleiten. Dieses durch einige Behörden und wissenschftliche Bibliotheken finanziell reichlich unterstützte Programm hat bereits sichtbare Ergebnisse hervorgebracht. Bis zum Ende des Jahres 1998 wurden ingesamt über 100 beschädigte Bücher restauriert.
          Es ist nicht minder wichtig, daß dank der Zuschüsse der Kulturstiftung und des Ministeriums für Kunst und Kultur noch im Jahre 1993 im Rahmen der damaligen Zweigstelle Historische Sammlungen der Städtischen Bibliothek ein Konservierungslabor eröffnet wurde, das über Werkzeuge und Materialien verfügte, die zur Einleitung des Restaurierungsprozesses nötig sind. Die zwischen 1994 und 1996 erhaltenen Subventionen der Stiftung für die Polnische Wissenschaft erlaubten, das Labor mit professioneller Ausstattung zu versehen (u. a. Maschine zur Vervollständigung fehlender Blatteile, Desinfektions- und Ungezieferbekämpfungsskammer), wodurch es gelungen ist, von den äußerst kostspieligen Konservierungsaufträgen abzusehen und die notwendigen Arbeiten selbst auszuführen. Die Beschleunigung der Rettungsaktion ist von besonderer Bedeutung, da noch über 1 700 Bücher Konservierungsmaßnahmen unterzogen werden müssen. Davon müssen knapp hundert wegen besonders schlechten Erhaltungszustandes vollständig erneuert werden.
          Zu Aufgaben des Labors gehört u. a. die ständige spezialistische Aufsicht über die Aufbewahrungsbedingungen und die konservatorsiche Vorbeugung im weiteren Sinne. Dieser Aspekt ist besonders wichtig, denn die Büchersammlung der Teschener Bücherei ist in verschiedenen Notspeichern aufbewahrt, wo ungünstige klimatische, physisch-chemische und mikrobiologische Bedingungen herrschen. Um ihrem negativen Einfluß auf die Bücher und folglich dem fortschreitenden Verfall der Bestände vorzubeugen, wurden in denjenigen Speichern, wo besonders wertvolle Bestände aufbewahrt werden, tragbare Klimatisierungsvorrichtungen (Luftbefeuchter und -entfeuchter) und Luftfilter installiert. Dort, wo es möglich war, wurde auch für eine richtige Belüftung gesorgt. Außerdem verwendet man zum Schutz der wertvollsten oder besonders bedrohten Materialien (z.B. nicht gebundene Zeitschriften, Archivalien, Dokumente des gesellschaftlichen Lebens) zusätzliche Schutzvorkehrungen wie säurefreie Umschläge und Kartons. Wenn nötig, wird die Desinfektion und Ungezieferbekämpfung an einzelnen Teilen der Sammlung durchgeführt.

          Es ist offensichtlich, daß die obgenannten Maßnahmen nur vorübergehend den Verfall der alten Sammlungen aufhalten können. Eine komplexe und völlig wirksame Lösung dieses Problems wird erst nach dem Umzug in den neuen, ständigen Sitz möglich sein (siehe: Der Sitz), wo dem Entwurf nach Speicherungsbedingungen gegeben sein werden, die mit den heutigen Normen übereinstimmen.