BESTÄNDE DER TESCHENER BIBLIOTHEK - Die nachmuseale Büchersammlung

          Der größte Bibliotheksverband, der in der Teschener Bibliothek verwahrt ist, ist die sog. "nachmuseale" Büchersammlung. Die Büchersammlung besteht aus Materialien, die 1960 aus der Bibliothek des Stadtmuseums in Teschen als unbrauchbar für diese Stelle ausgesondert wurden. Der Entschluß wurde wegen einer großen thematischen Vielfalt der damaligen Museumsbibliothek gefaßt, in der von 1901 Bücher gesammelt wurden, die von privaten Personen geschenkt wurden (unter den Stiftern sollte man Józef Buzek nennen, der als Vorkriegsdirektor des Hauptstatistikamtes in Warschau fungierte) oder aus aufgelösten Institutionsbibliotheken kamen. Es waren also Bücher, die zwangsläufig viele Wissensbereiche betrafen, die nur selten mit Museumsinteressen übereinstimmten. Eine selektierte Sammlung umfaßt einige Hundert Evidenzeinheiten Manuskripte, 2 500 alte Drucke, 27 500 nach 1800 herausgegebene Einzelbände und einige Tausend Jahrgänge von Zeitschriften. Es lassen sich Reststücke folgender Bibliotheken finden: Techniker Club, Albrechts Gymnasium, Teschener Kammer, Deutscher Leseverein Teschen, Volksbildungsverein Skotchau, Volksbücherei der Nordmark Teschen, Bibliothek des Zentralinstituts für Oberschlesische Landesforschung. Bücher kamen auch aus polnischen Gymnasien in Teschen und in Orlau, Gerichten eines unterschiedlichen Ranges aus dem Teschener Schlesien, aus dem Museum des Mutterlandes in Tschechischen Teschen, aus einzelnen Kreisen des Schulverbandes und Volksschulen u.a. Es kommen dort sowohl sehr wertvolle Sachen vor als auch Materialien von keinem besonderen sachlichen Wert, die aber interessante historische Geschehnisse veranschaulichen. Zu der letztgenannten Gruppe kann v.a. eine reiche Sammlung der hitlerischen und stalinischen Propagandaliteratur gezählt werden. Neben dieser Literatur sind aber auch wichtige historische, juristische, statistische und pädagogische Ausgaben aus dem 19. und 20. Jahrhundert wie auch schöngeistige Literatur vertreten. Quantitativ überwiegen polnisch- und deutschsprachige Ausgaben.