BEVOR DIE TESCHENER BÜCHEREI ENTSTAND

          Die derzeit zur Teschener Bücherei gehörenden geschichtlichen Bibliotheksbestände wurden in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts nach einem Beschluß der damaligen Stadtbehörden zusammengefaßt. Die Stadtbehörden wollten den Teschener Museums- und Bibliothekssammlungen entsprechende Verwahrungs- und Nutzungsbedingungen gewähren und veranlaßten, daß die Sammlungen dem Stadtmuseum übergeben wurden; gleichzeitig übergab man als Sitz den im Stadtzentrum gelegenen historischen Larisch-Palast. Dieses Vorgehen sollte einen ersten Schritt auf dem Weg zur Gründung einer Regionalstelle bilden, die sich mit der Erforschung und Popularisierung der Geschichte und Kultur des Teschener Schlesien befassen sollte. Die Durchführung dieser Pläne unterbrach der Krieg; durch die Politik der Besatzungsbehörde wurde ein erheblicher Teil der Sammlungen entweder beschädigt oder zerstreut. Nach dem Krieg kam man nicht auf das frühere Vorhaben zurück. Einige Jahrzehnte hindurch waren die historischen Büchersammlungen ohne den ihnen zukommenden Schutz einem Zerfallsprozeß ausgesetzt (siehe: Programm zur Erhaltung und Konservierung der Bestände). Da die Möglichkeit einer gewissenhaften Bearbeitung nicht vorhanden war, wurden sie allmählich aus dem wissenschaftlichen Umlauf gezogen (siehe: Bearbeitung der Bestände). Diese Tendenz ließ sich nicht durch die Ausgliederung der Sammlung aus dem Museum im Jahre 1960 und ihre Übergabe an die Schlesische Bibliothek in Kattowitz vermeiden. Die in Anlehnung an die Teschener Sammlung gegründete regionale Historische Abteilung der Schlesischen Bibliothek (Oddzia³ Zabytkowy Biblioteki ¦l±skiej) wurde wegen der Entfernung zu Kattowitz und der finanziellen Lage der Zentrale nach wie vor vernachlässigt. Diese Tatsache und zusätzlich die im Jahre 1985 bestehende Notwendigkeit der Bücherauslagerung aus dem Larisch-Palast, im Zusammenhang mit dessen Renovierung (siehe: Der Sitz) bewegten letztendlich die Teschener Stadtbehörden dazu, daß Maßnahmen zur Rückgabe der Abteilungssammlungen getroffen wurden. Sie hatten zur Folge, daß die historische Abteilung im Jahre 1988 dem Stadtdirektor unterstellt wurde. Er schloß sie der Öffentlichen Stadtbibliothek in Teschen (Miejska Biblioteka Publiczna w Cieszynie) an. Aber auch diese Lösung erwies sich als problematisch. Die Aufgabe der Stadtbibliothek bestand in der Popularisierung des Lesens, sie gehörte nicht zu den Stellen, die zum Schutz über derartige Sammlungen berufen waren. Dies wurde rasch sowohl von der Bibliotheksleitung als auch von den neuen Stadtbehörden bemerkt, die sich auf die vom Programmrat der Historischen Abteilung der Stadtbibliothek bearbeiteten Expertisen stützten. Im Programmrat waren Bibliologen und Regionalforscher versammelt. Sie führten zur Umgestaltung der Abteilung in eine eigenständige Teschener Bibliothek (siehe: Der rechtliche Status und die Organisationsstruktur der Teschener Bücherei). Der Beschluß in dieser Sache wurde durch den Stadtrat von Teschen am 25 November 1993 verabschiedet. Am 1. Januar 1996 begann die Bibliothek ihre Tätigkeit.