TÄTIGKEIT - Populärwissenschaftliche und wissenschaftliche Tätigkeit

          Neben den Schutz-, Konservierungs- und Bearbeitungsprogrammen und der Bildung einer regionalen Dokumentationswerkstatt für die Heimatforschung befaßt sich die Teschener Bücherei auch mit Kultur, Unterricht und Wissenschaft. Dieser Tätigkeitsbereich wird unmittelbar durch die vorhandenen Sammlungen inspiriert (siehe: Bestände) und ist ein Grundelement der Bemühungen, die in Zukunft die Bücherei in ein multifunktionales regionales Kultur- und Wissenschaftszentrum umwandeln sollen.
          Es ist aber klar, daß die junge Bücherei mit einem relativ kleinen Personal- und Organisationspotential (siehe:
Der rechtliche Status und die Organisationsstruktur) den Bereich ihrer Tätigkeiten beschränken muß. Das Ziel dieser Tätigkeiten muß vor allen Dingen die Popularisierung der Bibliothek sein. Über eine solche Auswahl von Prioritäten hat die Tatsache entschieden, daß die Sammlung der Bücherei wegen jahrelanger Vernachlässigungen nicht nur an den Rand des wissenschaftlichen und kulturellen Verkehrs gedrängt wurde, sondern auch aus dem Bewußtsein der Einwohner der Region verschwunden ist. Es ist also klar, daß eine Änderung dieser Situation eine der wichtigsten Bedingungen für die weitere Entwicklung der Bücherei ist.

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          Das einfachste Werkzeug der Promotion sind Ausstellungen. Sie werden regelmäßig 3 - 4 Mal im Jahr in der Galerie der Teschener Bücherei in einem alten Bürgerhaus am Ringplatz (Rynek 18) veranstaltet (siehe: Zugänglichmachung der Bestände), wo prächtige Wandmalereien aus dem 18. Jh. im Ausstellungssaal, die die Landschaft in der Gegend von Teschen darstellen, eine zusätzliche Attraktion für die Besucher sind. Die Ausstellungen ermöglichen eine breite Präsentation und Popularisierung der Sammlungen der Bücherei und sind zugleich ein Anlaß zur Verbreitung des Wissens über alte Bücher und altes Schrifttum. Diesem Zweck wurde u.a. die 1992 (also als es noch die Abteilung Historische Sammlungen der Städtischen Bibliothek gab) begonnene Reihe von Ausstellungen über die Geschichte des Buches vom Mittelalter an gewidmet. In den Austellungen werden die für die jeweilige Epoche charakteristischen Werke, graphischen Formen, Einbände usw. Dargestellt. Dies ist ein hervorragendes Veranschaulichungsmaterial für die im Polnisch-, Geschichts- oder Kunstunterricht dargebotenen Inhalte. Dieses Angebot richtet sich vor allem an die Schulen, aber es findet auch das Interesse von Liebhabern alter Bücher. Ein anderer wichtiger Aspekt der von der Teschener Bücherei veranstalteten Ausstellungen ist die Geschichte und Kultur Schlesiens, insbesondere des Teschener Schlesien. Die Ausstellungen aus dieser Reihe stellen den Reichtum und die Offenheit der alten schlesischen Kultur dar und sind ein wichtiges Element der Heimatkunde. Das Programm berücksichtigt auch das breite Kulturpublikum, an das sich das Ferienangebot der Galerie richtet: monographische Ausstellungen, die besonders wertvolle und zugleich ansehnliche, reich illustrierte Materialien enthalten.

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          Ein anderes Element der Tätigkeit der Teschener Bücherei, das gleichzeitig Informationen über ihre Sammlungen und Tätigkeit verbreitet, sind die in Teschen veranstalteten Konferenzen und Tagungen. Die erste von ihnen, unter dem Titel "Die Rolle und Funktion einer regionalen wissenschaftlichen Bibliothek" wurde 1993, also noch vor der formellen Gründung der Bücherei veranstaltet und hatte geschlossenen Charakter. Neben den Angestellten der damaligen Abteilung Historische Sammlungen der Städtischen Bibliothek und der Bibliothek der Teschener Filiale der Schlesischen Universität nahmen an ihr Studenten des Instituts für Bibliothekswesen und Wissenschaftliche Information der Universität Warschau teil, die in Teschen Ferienpraktika ableisteten. Das Thema der im Rahmen der Sommerschule für das Bibliothekswesen veranstalteten Tagung war unmittelbar mit den damals dauernden Vorbereitungen zur Gründung der Bücherei und Festlegung ihrer weitreichenden Pläne verbunden. Die theoretischen Richtlinien, die während der Tagung ausgearbeitet wurden, erwiesen sich als sehr nützlich für die Vorbereitung des Statuts und der Ordnung der neuen Einrichtung (siehe: Rechtlicher Status und Organisationsstruktur). Einen ähnlichen Charakter hatte auch die II. Sommerschule für das Bibliothekswesen, die der Dokumentations- und Informationstätigkeit für den regionalen wissenschaftlichen Verkehr gewidmet war. Diesmal trugen die Tagungsveranstaltungen zur Vorbereitung des Konzeptes des Zentrums für Heimatkunde bei, das ein Dokumentations- und Informationsinstitut der Teschener Bücherei und des Hauptvorstandes des Teschener Heimatvereins (Macierz Ziemi Cieszyñskiej) ist. (siehe: Zentrum für Heimatkunde). Beide Sommerschulen für das Bibliothekswesen wurden in Zusammenarbeit zwischen der Teschener Bücherei (1993 - der Abteilung Historische Sammlungen der Städtischen Bibliothek) und dem Institut für das Bibliothekswesen und Wissenschaftliche Information der Universität Warschau, der Polnischen Gesellschaft für Bücherkunde (Polskie Towarzystwo Bibliologiczne) und der Filiale der Schlesischen Universität in Teschen organisiert.

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          Eine breitere Formel hatte die Gesamtpolnische Tagung und Workshops zum Thema Schutz alter Sammlungen, die im Jahre 1995 stattgefunden hat. An der Tagung nahmen fast 70 Bibliothekare und Buchkonservatoren aus ganz Polen teil. Die Tagung war den rechtlichen, organisatorischen und konservierungstechnischen Aspekten des Schutzes alter Bücher- und Archivsammlungen in regionalen Einrichtungen gewidmet. Für die Bücherei war es eine Gelegenheit, ihre Erfahrungen zu präsentieren. Während der Tagung wurden Vorträge über die in der Teschener Bücherei durchgeführten Konservierungs- und Schutzprogramme (siehe: Programm der Schutzes und der Konservierung von Sammlungen) sowie über die Bearbeitung der Sammlung gehalten (siehe: Bearbeitung der Bestände). Die Teilnehmer konnten sich in der Praxis mit der Tätigkeit der Konservierungsarbeitsstelle und den EDV-Datenbaneken vertraut machen.

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          Einen völlig anderen Charakter hatte die Konferenz von 1996. Sie verfolgte das Ziel, die Ergebnisse der einige Monate dauernden Forschungen über die Teschener historischen Büchersammlungen zusammenzufassen, die im Rahmen eines durch das Open Society Institute in Budapest finanzierten Programmes durchgeführt wurden. Die Teilnehmer waren Historiker und Bibliographen aus Polen, der Tschechischen Republik und Deutschland, die die Bücherei eingeladen hatte. Ihre Aufgabe war die Begutachtung des Wertes aller Teschener Büchersammlungen (siehe: Andere historische Büchersammlungen in Teschen) und die Anfertigung von Expertisen, die folgende Faktoren berücksichtigen sollten: a) Auswertung der Teschener Sammlungen und deren Wertes für das schlesische bzw. polnische, tschechische, deutsche Schrifttum, b) Vorschläge über Umfang, Methode und Zeitplan von bücherkundlichen Forschungen, welchen die Teschener historischen Sammlungen unterzogen werden sollen, c) programmäßige und methodologische Voraussetzungen bezüglich der Bearbeitung und Herausgabe von Katalogen und Inventaren der einzelnen, durch die Autoren der Expertisen genannten Sammlungsteile, d) Vorschläge über die Bearbeitung und Herausgabe der in der Sammlung befindlichen Quellen. Um einen Hintergrund für Teschen zu schaffen, wurden gleichzeitig im Rahmen des Programms Bearbeitungen des polnischen, tschechischen und deutschen Standes der Forschungen über die historischen Büchersammlungen in ganz Schlesien mit besonderer Berücksichtigung des Teschener Schlesien angefertigt. Die Referate über den Stand der Forschungen und die Expertisen der Teschener Sammlungen wurden dann auf einer Konferenz vorgetragen, an der fast 50 Spezialisten aus Polen, der Tschechischen Republik und Deutschland teilnahmen. In der Diskussion wurden die Ergebnisse der Expertisen und Referate verifiziert und geordnet. Noch wichtiger ist aber, daß die Teilnehmer eine Reihe neuer Vorschläge für den praktischen Einsatz der genannten Forschungspostulate meldeten. Die durch die eingeladenen Spezialisten angefertigten Expertisen, die um die auf der Konferenz geäußerten Ansichten vervollständigt wurden, enthalten eine vielseitige und objektive Analyse der Teschener Sammlungen und die Begutachtung ihrer Bedeutung für das Schrifttum Polens, Tschechiens und Deutschlands. Sie beinhalten auch eine Reihe von wissenschaftlichen Programmvorschlägen bezüglich der Möglichkeit und Notwendigkeit der Ausnützung jener Sammlungen für die in diesen Ländern durchgeführten geisteswissenschaftlichen Forschungen, vor allem aber für die Bücherkunde und Geschichte. Noch bedeutsamer aber ist, daß sie eine ProgramMag. undlage für die Tätigkeiten sind, deren Vollzug die Teschener Sammlungen in den internationalen Wissenschaftsverkehr einführen soll, was dem wissenschaftlichen Wert dieser Sammlungen nicht nur in regionalem, sondern auch universalem, gesamteuropäischem Maßstab gerecht ist. Die methodologischen Vorschläge der Autoren der Expertisen und der in ihnen vorgeschlagene Bereich und Zeitplan der Maßnahmen können für die Betreuer der Teschener Sammlungen eine Grundlage der langfristigen Planung und Ausarbeitung von Programmen für die bibliothekarische und wissenschaftliche Bearbeitung der Sammlungen, die Herausgabe von Verzeichnissen und Katalogen und später auch die Teilnahme am in- und ausländischen wissenschaftlichen und kulturellen Austausch sein.
          Von hohem Wert sind auch die im Rahmen des Programms vorbereiteten Referate über den Stand der Forschung der schlesischen historischen Büchersammlungen. Das in ihnen enthaltene objektive und von politischen Einschränkungen freie Bild des Standes der Forschungen über die schlesischen historischen Büchersammlungen enthüllte die noch vorhandenen Lücken und methodologischen Unzulänglichkeiten und betonte vor allen Dingen die große Notwendigkeit, polnische, tschechische und deutsche Forschungsergebnisse gegenseitig auszunützen und weitere Forschungen auf eine planmäßige und koordinierte Weise zu führen. Die auf der Konferenz dargestellten Bewertungen des Forschungsstandes, die einerseits ein umfangreiches und geordnetes bibliographisches Material enthielten und andererseits einen systemhaften Katalog von Forschungspostulaten und einen große Zahl methodologischer Vorschläge mit sich brachten, können nach der Veröffentlichung Ausgangspunkt und ProgramMag. undlage für die Planung weiterer Forschungen sein, indem sie gleichzeitig als eine wertvolle praktische Hilfe für Bibliographen und Forscher der Geschichte der Kultur Schlesiens dienen.
          Im Jahre 1997 organisierte die Teschener Bücherei mit der Unterstützung des Hauptvorstandes der Polnischen Gesellschaft für Bücherkunde (Polskie Towarzystwo Bibliologiczne) und der Arbeitsstelle für die Dokumentation Historischer Büchersammlungen an der Nationalbibliothek in Warschau (Pracownia Dokumentacji Ksiêgozbiorów Historycznych Biblioteki Narodowej) eine dem Priester Leopold J. Scherschnik gewidmete Konferenz, dem die Teschener Bücherei ihre wertvollste Büchersammlung verdankt (siehe:
Die Büchersammlung Leopold Johann Scherschniks). L. J. Scherschnik war ein hervorragender Vertreter der Aufklärung in Schlesien. Das Programm der Konferenz, die im Rahmen breiterer, von der Stadt veranstalteter Feierlichkeiten anläßlich seines 250. Geburtstages stattfand, setzte sich aus drei Teilen zusammen. Der erste, u.d.T. "Kontexte", war der Darstellung des historischen Hintergrunds gewidmet. Die Tätigkeit L. J. Scherschniks wurde in einem breiteren überregionalen Zusammenhang dargestellt. Es wurden Referate über die Rezeption des Gedankenguts der Aufklärung in der polnischen und deutschen Literatur in Schlesien, theoretische Ansätze und praktische Aspekte der Gründung öffentlicher Bibliotheken im 18. Jh., die Kultur und Wissenschaft in Österreichisch-Schlesien an der Wende des 18. und 19. Jhs. und die Teschener Kulturgesellschaft zu Lebzeiten Scherschniks vorgetragen. Der zweite Teil der Konferenz trug den Titel "Quellen" und umfaßte Vorträge über die in Prag, Königgrätz, Brünn und Teschen vorhandenen Quellen zu Forschungen über Leben und Schaffen Leopold J. Scherschniks, sowie über deren Nutzung und Nützlichkeit. In diesem Teil wurde auch über die Bildnisse des Priesters Scherschnik und die Entwicklung und Bearbeitung seiner Bibliothek referiert. Im dritten Teil des Konferenz, u.d.T. "Skizzen zum Porträt" wurden sechs Referate vorgetragen, die den Lebenslauf und einzelne Aktivitäsformen und -Bereiche des Priesters Scherschnik darstellten. Es wurde u.a. der Jesuitenorden und dessen Einfluß auf die Tätigkeit Scherschniks analysiert. Dargestellt wurde das Werk Scherschniks als Stifter einer öffentlichen Bibliothek, städtischer Funktionär, Theoretiker und Organisator des Schulwesens. Es wurden auch seine Leistungen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften dargestellt. Dann folgte eine Analyse seiner deutschen Hand- und Druckschriften.
          Die Tagung, an der ca. 50 Historiker, Bibliographen und Spezialisten für Museumskunde aus Polen und Tschechien teilnahmen, brachte einen wesentlichen Fortschritt für die Forschung zu Biographie und Schaffen des Priesters Leopold J. Scherschnik. Sie erlaubte, polnische und tschechische Quellen zum Leben und Werk des Teschener Gelehrten zu erkunden. Die vertieften Analysen verschiedener Formen seiner Tätigkeiten enthüllten viele bisher unbekannte Tatsachen. Genauso wichtig ist, daß man seine Tätigkeit und sein Schaffen im Zusammenhang mit den typischen Erscheinungen seiner Epoche darstellte. Das alles machte es möglich, in der Schlußdiskussion eine objektive Würdigung der nicht nur regionalen, sondern auch universalen Bedeutung der Leistungen des Teschener Gelehrten vorzunehmen und die noch anstehenden notwendigen Forschungen zu umreißen. Das Scherschnik-Jubiläum und vor allem die Ausstellung und die Veröffentlichungen in diesem Zusammenhang trugen zur Verbreitung des Wissens über die Leistungen und Biographie des Teschener Jesuiten in der lokalen Gesellschaft, insbesondere aber unter den Jugendlichen bei. Sie wurden also zu einem wichtigen Werkzeug des Heimatunterrichtes.

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Im Jahre 1999 organisierte die Teschener Bücherei mit dem Hauptvorstand des Teschener Heimatvereines (Macierz Ziemi Cieszyñskiej) eine Konferenz u. d. T. "Buch - Bibliothek - Schule in der Kultur des Teschener Schlesien". Teilgenommen haben Historiker und Bücherspezialisten aus Teschen, Krakau, Kattowitz, Tschechisch-Teschen, Troppau und Prag.

Die Konferenz begleitete die wissenschaftliche Ausstellung u. d. T. "Die Teschener Lehrer", die der Darstellung der Lebensläufe und des Schaffens der bedeutendsten Lehrer aus dem Gebiet des Teschener Schlesien vom 16. bis 20. Jh. gewidmet war. Auf der Konferenz wurden 17 Vorträge abgehalten.

Es ist zwar noch zu früh, um eine generelle Auswertung der Resultate der Konferenz durchzuführen, aber man kann schon jetzt einige klare Vorteile zeigen. Dazu gehört die Zusammenfassung des Standes der Forschung des Teschener Schulwesens und die Darstellung der Lücken und nötigen Vervollständigungen bei gleichzeitiger Darstellung und Beschreibung des Quellenmaterials. (in den Beständen der Teschener Bücherei, des Staatsarchives in Kattowitz, Abteilung Teschen, der Tschammer-Bibliothek und des Landesarchives in Troppau), das bei weiteren Forschungen behilflich sein kann. Ein anderes wichtiges Resultat der Konferenz ist die Analyse der rechtlichen Bedingungen der Entwickung des Teschener Schulwesens von Mitte 18. Jh. bis 1918. Es soll hervorgehoben werden, daß die meisten Teilnehmer der Diskussion der Ansicht waren, daß die Durchforschung dieser Problematik und die Wiederherstellung der sie ausmachenden Tatsachen Erkenntnisse von grundlegender Bedeutung für die Forschung der Geschichte des Schulwesens im Teschener Schlesien sind. Es wurden auch einige größere Lücken in Hinsicht auf die historischen Tatsachen gefüllt. Außerdem haben in dieser Hinsicht die Erkenntnisse aus dem Gebiet der Unterrichtsgeschichte und Kultur ein besonderes Gewicht. Sie betreffen solche Probleme wie: die Rolle der Schule für die Herausbildung der sozialen Oberschicht, die Durchdringung neuer Ideen und Strömungen in die Schulpraxis, die Wechselbeziehungen zwischen Schule und Buch als Beitrag zur Entwicklung der Teschener Kultur.

Noch ein Aspekt der Konferenzarbeiten ist nennenswert. Wegen der in der Vergangenheit geltenden Beschränkungen politischer Natur und der im schlesischen Grenzland tief verwurzelten nationalen Ressentiments wurden die Forschungen zur Geschichte des Schulwesens und der Kultur im Teschener Schlesien oft als ein Werkzeug zur Erreichung politischer Ziele ausgenützt, was die Wahl der Forschungsgegenstände sowie die Qualität und den Umfang der Forschungsergebnisse unmittelbar beeinflußte. Die so entstandenen Beiträge zur geschichte des polnischen, tschechischen und deutschen Schulwesens hoben insbesondere die Rolle der Schule im Kampf um die nationale Identität der Einwohner des Teschener Schlesien hervor. Sie waren aufeinander nicht abgestimmt, einseitig und wirklich konfrontativ. Als Ergebnis der Konferenz, die eine Ebene zur Vereinigung der Forschungsunternehmen der daran interessierten polnischen und tschechischen Historiker war, entstand eine Gelegenheit zur Bildung einer vollständigen, innerlich korrelierten und freien vom politischen Utilitarismus Geschichte des Teschener Schulwesens. Die auf der Konferenz dargestellten Bearbeitungen sind eine feste Basis und ein guter Ausgangspunkt für ein solches Vorhaben.

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          Ein anderes wichtiges Element der wissenschaftlichen Funktion der Bücherei ist das Programm "Kataloge und Inventare der Teschener Bücherei". Sein Ziel ist die Vorbereitung einer Serie von Inventaren und Katalogen ausgewählter Teile der Bibliothekssammlungen, um sie auf diese Weise in den breiten wissenschaftlichen Verkehr einzuführen. Obwohl die theoretischen Grundlagen des Programms und die Richtlinien für den Zeitplan und die Methodik des Programms 1996 als ein Ergebnis der genannten polnisch-tschechisch-deutschen Konferenz umrissen wurden, wurde die praktische des Programms bereits im Jahre 1995 eingeleitet. Dank des Abkommens der Bücherei mit dem Zentrum für Schlesische und Böhmische Forschungen der Universität Breslau (Centrum Badañ ¦l±skoznawczych i Bohemistycznych Uniwersytetu Wroc³awskiego) und der Jagiellonen-Bibliothek wurden Arbeiten zur Vorbereitung zum Druck des Repertorium Codicum Manuscriptorum in caes. Reg. Bibliotheca Scherschnickiana Teschinii aus dem Jahre 1824 und des Katalogs mittelalterlicher Handschriften durchgeführt. Das aus einem Grant des Komitees für Wissenschaftliche Forschungen (Komitet Badañ Naukowych) für das Zentrum für Schlesische und Böhmische Forschungen der Universität Breslau finanzierte Projekt wird bis Ende 1999 abgeschlos Dann soll gemäß dem während der obengenannten Konferenz angenommenen Zeitplan ein Führer durch alle Teschener Handschriftensammlungen vorbereitet werden.

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          Die gedruckten Inventare und Kataloge der Bestände werden nicht die ersten Veröffentlichungen der Teschener Bücherei sein. Die herausgeberische Tätigkeit fing die Bücherei bereits im Jahre 1994 mit den Materialien der II. Sommerschule für das Bibliothekswesen an. Die Veröffentlichung u.d.T. Zu den Problemen des Schutzes, der Konservierung und Registrierung des regionalen Schrifttums (Z problemów ochrony, konserwacji i rejestracji regionalnego dziedzictwa pi¶mienniczego) wurde von Idzi Panic redigiert. Im folgenden Jahr erschien ein Informationsheft über die Tätigkeit und Sammlungen der Teschener Bücherei. Diese in drei Sprachen herausgegebene, mit vielen Abbildungen und einer effektvollen graphischen Aufmachung versehene Veröffentlichung wurde zu einem wichtigen Instrument der Promotion der neugegründeten Bibliothek und gleichzeitig ein Wegweiser für künftige Benützer. Im selben Jahr wurde die dritte Veröffentlichung der Bücherei herausgegeben, nämlich Materialien von der Gesamtpolnischen Tagung und Workshops über den Schutz historischer Büchersammlungen in der Region (Ogólnopolskiego seminarium i warsztaty na temat ochrony zbiorów zabytkowych w regionie), die von Barbara Bieñkowska und Alicja Nowicka redigiert wurden. Auch im Jahre 1996 erschien eine folgende Veröffentlichung unter dem Namen der Teschener Bücherei. Es ist dies der polnisch-tschechisch-deutsche Katalog einer Ausstellung, die die im Herbst 1996 veranstaltete Konferenz über die Teschener historischen Bibliotheken begleitete. Der als effektvoller Druck für Bibliophile herausgegebene Katalog ist gleichzeitig ein kleiner Führer durch alle Teschener historischen Büchersammlungen. Im Jahre 1997 erschien als fünfte Publikation der Teschener Bücherei ein Band von Materialien aus der besprochenen Konferenz Teschener Historische Büchersammlungen vor schlesischem Hintergrund. Kulturbildende Rolle und Forschungsgegenstand (Historyczne ksiêgozbiory Cieszyna na tle ¶l±skim. Rola kulturowa i przedmiot badañ). Sein Redakteur ist Ryszard G³adkiewicz. Im Jahre 1998 veröffentlichte die Teschener Bücherei mit der Polnischen Gesellschaft für Bücherkunde auch Materialien aus der Konferenz über den Priester Leopold J. Scherschnik, unter der Redaktion von Hanna £askarzewska und Ane¾ka Bad'urova. Für das Jahr 2000 ist die Herausgabe der Materialien aus der Konferenz "Buch - Bibliothek - Schule in der Kultur des Teschener Schlesien" geplant sowie eines nächsten Jahrganges (für 1996) der durch die Teschener Bücherei bearbeiteten Bibliographie der historischen Publizistik in der Presse des Teschener Schlesiens, die bis dahin im "Pamiêtnik Cieszyñski" und jeztz das erste Mal als eine selbständige Veröffentlichung herausgegeben wird.