TÄTIGKEIT - Zentrum für Heimatkunde

          Die Idee, ein Zentrum für die Heimatkunde zu gründen, ist den Mitgliedern des Heimatvereins des Teschener Landes (Macierz Ziemi Cieszyñskiej, MZC) zu verdanken. Sie reicht an das Ende der 70er Jahre zurück. Im Jahre 1983 wurde nach einer Diskussion unter den Teschener Heimatforschern beschlossen, beim Hauptvorstand des MZC ein Zentrum für Heimatkunde zu gründen, das allerlei Schrifttum über Teschener Schlesien sammeln sollte. Während der nächsten Jahre gelang es dem Zentrum, eine ansehnliche Heimatbibliothek anzusammeln, der u.a die Büchersammlung des bekannten Teschener Bibliophilen Franciszek Zahradnik (1930 - 1985) und eine reiche Sammlung von regionalen biographischen Materialien gehören. Der Heimatverein bekam auch den Briefwechsel Ludwik Bro¿eks (1907 - 1976), des langjährigen Direktors des Museums und des Leiters der Abteilung für Historische Sammlungen der Schlesischen Bibliothek in Teschen, eines bekannten Kulturhistorikers, Bibliophilen und Bibliographen.
          Im Mai 1994, d. h. einige Monate nach der Gründung, schloß der Hauptvorstand des MZC einen Vertrag mit der Bücherei über die Zusammenarbeit beim Bau des Zentrums. In den folgenden Monaten wurde das Konzept des Zentrums für Heimatkunde auf Grund der Richtlinien des Heimatvereines und der statutmäßigen Ziele der Bücherei verändert, indem seine Form verbreitet und präzisiert wurde. Es ist beschlossen worden, daß neben der Sammlung von Materialien, womit sich sowohl der Haupvorstand des MZC als auch die Bücherei befassen werden, die Einrichtung einer modernen Dokumentationswerkstatt für regionale Forschungen das Hauptziel der Zentrums sein wird. Es wird aus folgenden Teilen bestehen: Zentralkatalog der Teschener Bibliotheksbestände, Datenbank der mit dem Teschener Schlesien verbundenen Personen, Veranstaltungen und Einrichtungen sowie regionale Bibliographien. Es wurde auch beschlossen, mit anderen Teschener Bibliotheken Zusammenarbeit anzuknüpfen um sie für den Bau des Zentrums zu gewinnen (siehe:
Andere historische Büchersammlungen in Teschen).
          Um die obgenannten Vorhaben zu verwirklichen, hat die Teschener Bücherei eine Reihe verschiedenartiger Tätigkeiten vorgenommen. Vor allem wurde die Sammelstrategie auf die Heimatforschung abgestimmt. Die Teschener Bücherei ist bemüht, alle Materialien über Teschener Schlesien zu erwerben, ungeachtet deren Form, Sprache, Entstehungsort und -zeit). Darüber hinaus ist auch das Programm der Bearbeitung der Bestände an die Erfordernisse des Zentrums angepaßt worden (siehe:
Bearbeitung der Bestände).
          Die in dessen Rahmen vorbereiteten EDV-Beschreibungsformate erlauben die Bearbeitung aller formellen Kategorien von Beständen, wobei die Beschreibung eines jeden Dokumentes unabhängig von dessen Form oder Anordnung in der Sammlungstruktur erweiterte Elemente enthält, die auf eine vereinheitliche Weise die bei Heimatforschungen nützlichen Angaben erfassen. Gleichzeitig wurde ein Format der mit den EDV-Datenbanken verbundenen Heimatkartei ausgearbeitet, die es ermöglicht, Tatsachen über die mit Teschener Schlesien verbundenen Personen, Einrichtungen und Veranstaltungen zu sammeln. Im Jahre 1997 wurde ein Format der bibliographischen Datenbank eingeführt, wodurch die Bildung von verschiedenen Bibliographien und Literaturzusammenstellungen bezüglich der Region möglich sein wird. Bibliographische Arbeiten, die ein folgender wichtiger Aspekt der Bildung des Zentrums für Heimatkunde sind, wurden bereits früher angefangen. Seit 1994 wird systematisch die Bibliographie des Geschichtstourismus in der Teschener Regionalpresse gebildet. Es wurde auch die Bibliographie der Arbeiten Józef Chlebowczyks (1924 - 1985) und des Inhalts von "Kalendarz Cieszyñski" bearbeitet. Seit einer kurzen Zeit werden Materialien zur Bearbeitung einer retrospektiven Bibliographie der Teschener Bibliotheken, Museen und Archive gesammelt. Durch die Einführung des EDV-Beschreibungsformats sind die obgenannten Bibliographien und alle nächsten nicht nur als Drucke, sondern auch auf elektronischen Trägern erhältlich.
          Es sind schon verschiedene Schritte zur Einrichtung eines Teschener Zentralbibliothekskataloges unternommen worden. Die Teschener Bücherei bot allen Bibliotheken in der Region, die an dieser Form der Zusammenarbeit interessiert sind, die von ihr selbst erstellten Formate von EDV-Katalogdatenbanken an und erklärte sich bereit, bei der Inbetriebnahme der Computersysteme für die Bearbeitung der Bestände Hilfe zu leisten. Leider verfügen zur Zeit noch nicht alle Einrichtungen über entsprechende Personal- und Organisationsmöglichkeiten. Die Umsetzung in die Praxis wird wahrscheinlich ein wenig aufgeschoben. Zur Zeit äußern die Aufsicht der Tschammer-Bibliothek (siehe:
Die Tschammer-Bibliothek der Evangelisch-Augsburgischen Pfarrei) und der in Tschechisch-Teschen funktionierenden Bibliothek des Hauptvorstandes des Polnischen Kulturvereines in der Tschechischen Republik das regste Interesse am Projekt Zentrum für Heimatkunde. Wenn all die mit der Bildung des Zentrums für Heimatkunde verbundenen Ziele erreicht sind, kann man in Zukunft erwarten, daß jeder Forscher der Region in der Bücherei nicht nur unmittelbaren Zugang zum größten Teil der notwendigen Literatur erreicht, sondern auch Auskunft über den Stand der Forschung und Angaben über die Anordnung der gesuchten Materialien in den Teschener Bibliotheken erhält.